Der Stadtrat informierte über die geplante Casino-Sanierung (v.l.): Stefan Leuthold, Barbara Dätwyler, Andrea Hofmann Kolb, Claudio Bernold und Regine Siegenthaler. Bild: Nico Wrzeszcz
18.09.2025 09:51
Casino Frauenfeld sticht im Standortvergleich heraus
Frauenfelder Stadtrat stellt Plan zur Sanierung des Casino vor - Projekt für einen Stadtsaal in der Doppelreithalle wird nicht weiter verfolgt
Vor drei Jahren stand der Verkauf des Casino zur Debatte. Dieser wurde vom Volk eindeutig abgelehnt. Auch ein Projektierungskredit für einen Stadtsaal in der Doppelreithalle wurde vom Gemeinderat zurückgewiesen. Nun stellte der Stadtrat den Plan für die Gesamtsanierung vor.
Frauenfeld Ein neuer Stadtsaal in Frauenfeld ist dringend nötig. Ab Januar 2026 dürfen in das Casino aufgrund der Feuerschutzkontrolle maximal 300 Personen in den Veranstaltungsraum und 50 Personen auf die Galerie. «Bei maximal 350 Besuchern ist ein Vollbetrieb nicht mehr möglich. Deshalb stellen wir im Gemeinderat den Antrag auf Gesamtkredit von 27,6 Millionen Franken für die Sanierung», erklärte Stadtpräsident Claudio Bernold an einer Medienkonferenz.
Im Vorfeld liess der Stadtrat eine Marktanalyse, Abklärungen zur Stadtkaserne und einen Standortvergleich möglicher Parzellen durchführen. «Ein Stadtsaal in der Doppelreithalle ist, auch durch die Auflagen der Denkmalpflege, kein Thema mehr», betonte Stadträtin Barbara Dätwyler. Vielmehr sei die Doppelreithalle eine ideale Ergänzung zum bisherigen Saal im Casino. Auch beim Standortvergleich setzte sich eine Sanierung am bisherigen Standort gegen acht weitere Optionen, darunter auch ein Neubau am aktuellen Standort, durch. «Eine Sanierung ist besser als ein Neubau. Sie ist nachhaltiger, sowie schneller und günstiger realisierbar», so Dätwyler.
Dass das Casino in die Jahre gekommen ist, sei kein Geheimnis mehr. «Bei den kurzfristigen Zielen steht unter anderem der Brandschutz im Vordergrund, bei den mittelfristigen Zielen die Bühnentechnik und am Ende die Fassade», erklärte Stadträtin Andrea Hofmann Kolb. Eine Gesamtsanierung sei durchaus machbar und sogar mit geringeren Kosten verbunden. Auch die Planungs- und Bauphase falle kürzer aus.
Änderungen am Grundriss
Eine Machbarkeitsstudie überprüfte mögliche Veränderungen im aktuellen Gebäude. «Im Erdgeschoss fallen das Restaurant und die Ladengeschäfte weg, dafür könnte man ein grosses Foyer schaffen.» Im Saal komme es zu wenig Veränderungen, einzig ein zusätzliches Fluchttreppenhaus sei nötig. Auch die Galerie könne mit wenigen Anpassungen wieder komplett genutzt werden. «Im vierten Obergeschoss befindet sich aktuell noch das Amt für Gesellschaft und Integration (AGI). Hier sollen künftig Seminarräume entstehen, welche bei Bedarf auch als Büroräume umgenutzt werden könnten», betonte Hofmann. Für die Seminarräume seien zusätzlich Synergien mit der Stadtkaserne und dem dortigen Restaurant möglich.
Nicht verfolgt würden kurzfristige Investitonen in den Brandschutz und eine provisorische Personenzahlerhöhung. Die Eingriffe beliefen sich auf etwa 2 bis 2,5 Millionen Franken und müssten bei einer Sanierung zurückgebaut werden.
Betrieb weiter verbessern
Das Casino bleibe ein vielseitiger Ort für Konzerte, Theater, Firmenanlässe und Feiern. «Mit einer Sanierung sind mehr Anlässe im Jahr möglich. Das aktuelle Team ist aber jetzt schon an der Belastungsgrenze, nach der Sanierung erhöht sich der Stellenetat um 90 Prozent», präsentierte Stadtrat Stefan Leuthold. Mit den Seminarräumen entstünden zudem Möglichkeiten für neue Veranstaltungsarten wie Fachtagungen und Firmenpräsentationen. Auch hier könnten Synergien mit der Stadtkaserne genutzt werden.
«Mit der Sanierungen befinden wir uns auf dem Weg zu einem würdigen Stadtsaal», betonte Stadträtin Regine Siegenthaler. Die Botschaft wurde bereits an den Gemeinderat übermittelt, hier soll an der Sitzung vom 29. Oktober entschieden werden. «Zur Volksabstimmung über einen Gesamtkredit, also für die Planung und den Bau, könnte es am 8. März 2026 kommen. Da wir über einen Gesamtkredit abstimmen lassen, können wir so ein ganzes Jahr an Zeit einsparen», so Siegenthaler. Parallel zur Abstimmung laufe bereits das Planerwahlverfahren. «Mit der Sanierung könnte im April 2029 gestartet werden, im März 2031 soll diese dann fertig sein.»
«Wir reden bei dieser Sanierung von einem Kredit in Höhe von 27,6 Millionen Franken. Davon sind 9 Millionen bereits aus der Volksabstimmung zu den Neubewertungsreserven (7 Millionen Franken) und dem Rechnungsergebnis 2024 (2 Millionen Franken) vorfinanziert», erklärte Stadtpräsident Claudio Bernold das Vorhaben. Der jährliche Aufwand werde auf rund 1,46 Millionen Franken gesätzt, was 2,1 Steuerprozenten entsprechen würde. «Mit der Sanierung am heutigen Standort gehen wir den richtigen Weg und investieren in die Attraktivität der Stadt.»
Von Nico Wrzeszcz